Wie schön, wir sind im Land der Liebe gelandet. Findest du nicht auch, dass es in unserer Welt viel zu wenig Harmonie gibt, weil alle Menschen nur an sich selbst denken? Hier bleiben wir ein wenig länger, einverstanden?

 

 

Tian (Karoline von Günderode)

Liebe

O reiche Armuth! Gebend, seliges Empfangen!
In Zagheit Muth! in Freiheit doch gefangen.
  In Stummheit Sprache,
  Schüchtern bei Tage
  Siegend mit zaghaftem Bangen.

Lebendiger Tod, im Einen sel'ges Leben
Schwelgend in Not, im Widerstand ergeben,
  Genießend schmachten,
  Nie satt betrachten
  Leben im Traum und doppelt Leben.

Eduard Mörike

[Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden]

Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.

Ach, Peregrinen hab' ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut,
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.

War's möglich, solche Schönheit zu verlassen?
– So kehrt nur reizender das alte Glück!
O komm, in diese Arme dich zu fassen!

Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
Sie küßt mich zwischen Lieben noch und Hassen,
Sie kehrt sich ab, und kehrt mir nie zurück.

 

Wenn du deine Liebe gefunden hast, solltest du ihr ein paar Blumen schenken